Ihr Hundeberater
(ohne Zulassung nach § 11 TSchG!)
-
Verhaltensberatung zum partnerschaftlichen Miteinander -
mitglied der europäischen kynologischen union (eku)
 

.... und zweitens kommt es anders, als man denkt!

Nun, den Kurs bei der IHK Freiburg zum Erwerb der Sachkunde habe ich aus Kostengründen abgelehnt.

Folglich musste ich zuerst eine theoretische Prüfung mit einem sich später anschließendem praktischen Teil beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis absolvieren.

Ich hatte da schon ein etwas mulmiges Gefühl, da ich vermutete, dass hier “normales” Hundeschulewissen (wie beschäftige ich meine Kunden mit Ringelpietz und Anfassen ...) sicherlich abgefragt wird. War natürlich auch so.  Der gesamte Test -aus 50 Fragen bestehend-, bei dem aus vier Antworten eine richtige zu finden war, handelte über Hundekrankheiten, -körperbau,  -verhalten und rechtliche Anforderungen. Bums. Erst einmal durchgefallen weil ich mehr als 25% der Fragen (aus Sicht der Fragestellung) falsch beantwortet hatte. Also Wiederholung (wieder 100 € = gleich meine Einnahmen aus zwei Monaten). Irgendwie habe ich diesen Test dann bestanden und wurde zur praktischen Prüfung zugelassen.

Am Freitag, 08.09.17 war es dann so weit. Prüferin bzw. Sachkundige war Frau Seufert (http://tierverhaltenstherapie-bw.de). Frau Seufert erklärte den Ablauf, wonach mir drei Videos vorgeführt wurden, bei denen ich das Verhalten eines Hundes beschreiben  und als “Sahnehäubchen” den Fachbegriff  nennen sollte.

Im ersten Video, dass ich mir dreimal ansehen durfte, war ein Spaniel zu sehen, der auf dem Bauch lag und entspannt seine Hinterläufe nach hinten ausstreckte. Dann kam eine Hand ins Bild und der Spaniel verzog die Lefzen und knurrte. Nachdem sie nicht reagierte, sprang er auf und schnappte nach ihr. Ich erklärte, dass der Spaniel sich wohl von der offensichtlich fremden Hand bedroht gefühlt und deshalb nach der Hand geschnappt hat. Tatsächlich wollte Frau Seufert von mir wissen, ob es sich um eine passive oder aktive Aggression handelt (meine Anmerkung: welchen Hundehalter interessiert dies und was macht er damit und das der Spaniel einen unsicheren Halter hat, steht natürlich hier überhaupt nicht zur Diskussion). Ich habe eben diesen den Halter in dem Video vermisst! Weil aus meiner bescheidenen Erfahrung der Halter hier versagt hat, was Frau Seufert jedoch nicht interessierte. Klar: sie sieht halt die Fehler beim Hund! und nicht wie ich, beim Halter (da prallen Welten aufeinander). Auch bei den beiden anderen Videos waren nur Hunde ohne Halter zu sehen, deren Verhalten ich beurteilen sollte.

Nachdem ich in den drei Videos Frau Seufert nicht habe erklären können, was sie gern gehört hätte, erklärte sie mir, dass ich keine ausreichende Punktzahl in diesem Test erreicht hätte. Ich versuchte ihr klar zu machen, dass man bei verhaltensauffälligen Hunden zuerst nach dem Verhalten des Halters schauen muss, was sie jedoch nicht interessierte. Sie berief sich vielmehr auf dem vom Verordnungsgeber vorgegebenen Test.  Wenn man sich in diesem “Geschäft” ein bisschen auskennt, weiß man, dass hier Lobbyisten der Tierärzte am Werk waren. Wen wundert es dann, dass vorwiegend Fragen aus diesem Bereich in den Test einfließen. Nachtigal, ick hör dir trapsen!

Ich hab dann abgelehnt, den weiteren praktischen Teil auszuführen und brach den Test ab, nachdem mir erklärt wurde, dass ich ja die Genehmigung nach § 11 TSchG nur deshalb brauche, weil ich im Rahmen einer gewerbliche Hundeschule  dafür Honorar erhalte.

Ich habe dann kurzfristig die Entscheidung getroffen: meine effektiven und erfolgreichen Hundehalter-Beratungen werde ich nun nach über 45 Jahren ab sofort nicht als Hundeschule Haberland betreiben und  entsprechend auch kein Honorar verlangen. Aber ich kann weiterhin kostenfrei im Rahmen einer Verhaltensberatung Hunde helfen, ihren Halter zu verstehen. Anerkennungen meiner Klienten bleiben davon unbeschadet.

Es macht insoweit kaum einen Unterschied, ob ich für vier bis sechs Stunden knapp 20 € Honorar (mit Steuerabzügen und meinem Anteil an der GbR) erhalte, oder nichts. Ich helfe eben weiterhin Hunden, indem ich ihren Haltern vermittle, wie sie “gscheid” mit ihrem Wauwi am besten umgehen, und das bislang sehr erfolgreich, aber nun eben kostenfrei.

Mit lieben Grüßen vom Amtsschimmel,
Ihr Bernd Meyer-Haberland

 

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