Domesticadedmanners
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VHS NU

Ihr Hundeberater
(ohne Zulassung nach § 11 TSchG!)
-
Verhaltensberatung zum partnerschaftlichen Miteinander -
mitglied der europäischen kynologischen union (eku)
 

Sachverhalt

Der Rüde stammt aus einer Hobbyzucht und ist seit seiner Geburt seh- und hörgeschädigt. Vor allem bei Sonneneinstrahlung vermeidet der Hund sonnenbeschiedene Flächen und versucht im Schatten zu bleiben.
Die Halterin ist verunsichert, ob tatsächlich eine Beeinträchtigung der Seh- und Höreigenschaften vorliegt und möchte wissen, ob eine Erziehung des Hundes in geringem Umfang machbar ist.
Obelix bellt unablässig beim Betätigen der Klingel an der Eingangstür und lässt sich oft nicht beruhigen. Beim Gassigehen zieht er ohne Unterlass an der Leine und legt sich bei Gegendruck auf den Bauch. Frau D. setzt deshalb eine Flexleine ein.
Obelix frisst sehr schlecht und geht selbst auf Hähnchen als Belohnung nur zögerlich ein.
Fremden gegenüber ist er sehr zurückhaltend.

Hunderasse/-name

Pudel Obelix

Geschlecht/Alter

Rüde/2 Jahre

Halter

Frau D. mit erwachsener Tochter (lebt nicht im Haushalt)

Diagnose

Frau D. nimmt sehr viel Rücksicht auf die Situation ihres sehr stark eingeschränkten Hundes und versucht Obelix Handicap durch erhöhte Zuwendung und Nachsicht auszugleichen. Frau D. ordnet sich ihrem Hund unter und akzeptiert sämtlich Unarten (z.B. Bellen, Schnappen oder Anknurren). Die Einschränkungen von Obelix und das Desinteresse an Hundebelohnungen lassen eine Ausbildung nicht zu. Lediglich das an der Leinen ziehen und das Bellen können behandelt werden.

Behandlung/Therapie

Mit Frau D. das Halter-/Hundeverhältnis abgeklärt (Übergabe der 10 Gebote),  den Stellenwert der Position als “Alphatier”  und die dafür notwendigen Verhaltensregeln erläutert.
Das adäquate Leinenhandling  wurde gezeigt und eingeübt. Weiterhin wurde Frau D. die Handhabung der Schleppleine und Wurfkette erläutert. Aufgrund der Hör- und Sehstörungen ist ein Freilaufen des Hundes ausgeschlossen. Der Einsatz der Schleppleine führte nur bedingt zum Erfolg. Im Regelfall wird Frau D. auf die Flexleine nicht verzichten können, solange die Behinderungen bestehen.
Die durchgeführten Tests ergaben eine drastische Einschränkung der Sehstärke (nur Bewegung) und eine starke Einschränkung des Hörvermögens (geringe Hörleistung bei Tonlagen im oberen Frequenzbereich). Die Möglichkeit der Ausbildung des Hundes über Sichtzeichen fiel damit weg.
Frau D. sollte durch einen Facharzt abklären, inwieweit eine Operation der Augen eine Verbesserung erbringen kann.
Durch den Einsatz von Zeitungsrolle und von Wurfketten konnte Obelix soweit gebracht werden, dass er beim Anschlagen der Haustürglocke nicht mehr bellt. Damit konnte zumindest ein Hauptanliegen von Frau D. gelöst werden.
Wir wünschen Obelix alles Gute und hoffen, dass eine Augenoperation Erfolgsaussichten hat.

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