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Ihr Hundeberater
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Sachverhalt

Ronko wurde von der Familie E. aus einem Tierheim adoptiert. Leider konnte ihr das Tierheim nichts über die Vorgeschichte oder die Bedingungen des Vorbesitzers mitteilen. Lediglich, dass er an der Leine zerrt. Ronko verträgt sich jedoch nicht mit anderen Hunden, insbesondere Rüden und greift selbst bei bereits einmal erfahrener Unterlegenheit immer wieder an. Das hat zwischenzeitlich schon zu Verletzungen geführt und die Familie E. vermeidet deshalb grundsätzlich die Begegnung mit anderen Hunden. Ausserdem nutzt Ronko jede Gelegenheit zum Jagen.

Hunderasse/-name

Schäfer-Boxer-Mix Ronko

Geschlecht/Alter

Rüde/1,5 Jahre (davon 4 Monate beim derzeitigen Halter)

Halter

Ehepaar E. mit Kind und einem Zweithund (8-jähriger kastrierter Rüde)

Diagnose

Familie E. hatte erheblich Probleme mit anderen Hunden und der Kontrolle beim Freilauf (Jagen und Verweigerung beim Rufen). Sie versuchten durch Lautstärke und Druck in der Stimme Einfluss auf Ronkos Verhalten zu nehmen. Trotz Bemühungen des Halters wurde er nicht als Alphatier von Ronko anerkannt. Diese Position wurde von ihm wahrgenommen. Die anderen Familienmitglieder (Frau E., Kind und älterer Hund) wurden von ihm “geduldet”.
Ronko hatte zur Familie E. eine sehr schlechte Bindung. Der Kontakt zu anderen Hunden war wegen verschiedener Raufereien abgebrochen worden. Familie E. ging meist anderen Hunden –insbesondere schwarzen- aus dem Weg, um Konflikte zu vermeiden. Beim ersten Kontakt mit unseren Weißen zeigte Ronko jedoch -in der Platzposition liegend- die typischen Unterwerfungsgesten Züngeln, Kopf wegdrehen und senken und hatte auch beim nachfolgenden Freilauf selbst mit unserem Rüden keinerlei Problem.
Ronko beherrschte leidlich Sitz und Platz am Mann und blieb nach der Aufforderung „Bleib“ sitzen bzw. liegen, kam jedoch beim Wiederholen des Kommandos auf Entfernung zum Halter. Unter Stress verweigerte er bzw. stand auf. Vor allem auf Aggressionen anderer Hunde (z.B. hinter dem Zaun) reagierte er mit lautem Gebell und Zerren an der Leine. Er zerrte auch an der Leine, sobald Druck aufgebaut wurde. Die Halter handhabten die Leine (mit Kettenwürgehalsband) so, dass immer Dauerzug bestand. Bei Zug an der Leine reagierte er grundsätzlich mit Gegendruck. Bei Spaziergängen rannte er -selbst an der Leine- plötzlich los und verursachte daher häufiger Schmerzen im Arm und Schulter der Halter.
Im Haus und im Garten “funktionierte” Ronko nach Aussagen der Familie E. gut, jedoch wurde beobachtet, dass im er Haus bei einem nicht von ihm ausgelösten Körperkontakt seinen Halter “anbrummte” (Dominaz).
Die Probleme der Familie E. sind auf unzureichende Einweisung des Tierheimes (mangelnde Informationen bei der Abgabe), der Unerfahrenheit der Halter mit dominanten Rüden und einem auf Unterordnung basierendem Handling des Hundes zurückzuführen.

Behandlung/Therapie

Den Eheleuten E. wurden die grundsätzlichen Bestandteile des Halter-/Hundverhältnisses erläutert. Als wichtigste Problemlösung wurde als erstes die Handhabung der Leine -Leine als Korrekturmittel und das „Zupfen“ vermittelt. Hierbei wurde insbesondere darauf hingewiesen, Ronko wegen seines Körpergewichts und seiner Kraft möglichst nicht in Längsachse, sondern nur seitlich mit der Leine zu korrigieren. Der Kettenwürger wurde durch ein normales Nylonhalsband mit Clipverschluss ersetzt und so eingestellt, dass er ggf. den Kopf durchziehen konnte.
Als nächster Schritt wurde das Longieren im Kreis zur Stärkung der Halter-/Hundbindung durchgeführt. Auf dieser Grundlage konnte die Familie E. dann das Sitzen oder Liegen auf Entfernung erfolgreich umsetzen. Durch das Platz auf Entfernung hatte die Familie E. Ronko unter Kontrolle und konnte so seine Bewegungsfreiheit deutlich erhöhen. Durch die konsequente Haltung der Familie E. ihrem Hund gegenüber konnte sie auch die gewünschte Hierarchie wieder herstellen. Die Lebensumstände für Halter und Hund hatten sich hierdurch merklich verbessert.

vorheriger Fall

 

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